Einer der Nachteile der Fujitsu-Controller ist die für Hobbyzwecke und Kleinserien ungünstige SMD-Bauform als QPF100-Gehäuse. Diese Bauform kann man zwar bei professionell gefertigten Platinen mit Lötstoplack noch relativ problemlos per Hand löten, aber wirklich Spaß macht das nicht. Aus diesem Grund hatte ich vor einer Weile die Idee ein möglichst universelles Evaluationsboard für die Fujitsu-Controller MB90F590 und MB90F595 zu entwickeln, das alle Komponenten die für den Betrieb und Programmierung des Controllers notwendig sind bereits enthält. Herausgekommen dabei ist die unten abgebildete Platine.

Das Controllerboard MB590/95F kann, wie oben bereits erwähnt, mit einem  Fujitsu CAN-Flash-Mikrocontroller der Serie MB90590 und MB90595 bestückt werden. Damit steht auf den Board insgesamt zwischen 128kB und 384kB Flash-Speicher für Programmcode zur Verfügung.

Die Programmierung des internen Flashspeicher erfolgt bei dem Evaluationsboard direkt über ein eingebautes PC-kompatibles RS232 -Interface. Der Programmiervorgang kann durch zwei Status-LED's überwacht werden. Eine rote LED zeigt an, dass sich der Controller im Programmiermodus befindet. Zur Überwachung der Datenübertragung dient eine gelbe LED. Die Umschaltung zwischen dem Run- und dem Programmiermodus erfolgt mit dem Mode-Schalter und dem RESET-Taster.

Die Taktfrequenz des Controllers auf dem Evaluationsboard beträgt 4MHz, die intern im Controller softwaregesteuert bis auf 16MHz hochgesetzt werden kann. Für Testzwecke ist auf dem Board ein CAN-Transreceiver vom Typ PCA82C250 integriert, der die physikalische Busankopplung des internen CAN-Controllers an den CAN-Bus vornimmt. Diese CAN-Schnittstelle ist nicht galvanisch vom CAN-Bus getrennt. Wenn eine galvanische Trennung des CAN-Busses vom Evaluationsboard benötigt wird, kann ein entsprechendes Interface extern über die Stiftleisten angeschlossen werden.

Alle I/O-Signale des Flashcontrollers sind direkt auf Steckleisten an der Unterseite des Evaluationsboards geführt. Einzig die Signale der asynchronen Schnittstelle, die zur Programmierung benötigt werden, sind nicht direkt auf die Steckleisten geführt. Diese Signale liegen aber mit RS232 -kompatiblen Pegeln ebenfalls auf der Stiftleiste an. Da die Stiftleisten im 2,54mm Raster angeordnet sind kann das Evaluationsboard direkt auf Versuchsaufbauten und Prototypen gesteckt werden.

Auf Grund der kompakten Abmessungen (57 x 90 mm) ist dieses Controllerboard nicht nur für Prototypen sondern auch für Kleinserien eignet. Durch seine einfache Bedienung bietet sich außerdem der Einsatz dieses Boards als Schulungs- und Lernsystem an.

Diese Evaluationsboard wird (oder wurde ?) von Behrens Elektronik in Bremen vertrieben. Hier die ganzen  Info#s zu dem Board noch mal mit technischen Daten und Kontaktadresse als PDF-File.

In zwischen gibt es von der Firma Glyn Promo-Boards für diverse Fujitsu Controller, die vom Aufbau her unseren Boards recht ähnlich sind. Diese Boards sind zwar etwas größer und nicht ganz so komfortabel zu programmieren, aber dafür konkurrenzlos günstig im Preis. Ein Nachteil dieser Board ist einzig, dass die IO-Pins nicht über PullUp oder PullDown -Widerstände beschaltet sind, wie dies bei meinem Board der Fall ist. Dadurch muss man bei der Programmierung sehr genau darauf achten, die nicht beschalteten Pins als Output zu setzen, weil es sonst zu sehr merkwürdigen Effekten kommen kann. Die IO-Pins der Controller verfügen nämlich über keine internen Pull-Widerstände.